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KRIYA KUNDALINI PRANAYAMA

Der Schlüssel zum Erwecken der Kundalini und des Kosmischen Bewusstseins ist Kriya Kundalini Pranayama, auch „Kosmische Kobra-Atmung“ genannt. Sie ist das wichtigste und wirksamste Werkzeug, sozusagen das „Herzstück“ von Babajis tantrischem Kriya-Yoga. Diese alte Atemtechnik wurde wegen ihrer großen Kraft lange Zeit streng geheimgehalten und war nur einem auserwählten Kreis von wenigen Yogis zugänglich. Auch wenn sie inzwischen für eine wesentlich größere Gruppe von Menschen geöffnet wurde, wird die Einweihung selbst heute noch mit dem Versprechen zur Geheimhaltung verbunden. Es handelt sich um die Kunst und Wissenschaft, den Atem zu meistern und auf eine sanfte Weise die Kundalini zu erwecken.

Ein neues Bewusstsein erwacht, wenn diese schöpferische Kraft durch den Körper strömt. Bei regelmäßiger Übung entwickeln sich angenehme Vitalisierung, innere Bewusstheit, Zentriertheit und ein Gefühl tiefen Friedens, männliche und weibliche Aspekte kommen in eine ausgewogene Balance; stufenweise werden alle Chakras mit den zugehörigen Bewusstseinsebenen erweckt; mehr und mehr wird das Ego-Bewusstsein durch Selbstverwirklichung ersetzt. Jeder einzelne Atemzug der Kobra-Atmung (2. Stufe) schenkt der/dem Übenden einen subtilen Fortschritt in der spirituellen Evolution, welcher der geistigen Entwicklung eines natürlichen Lebensjahres entspricht*. Konsequentes jahrelanges Üben mündet schließlich in den atemlosen Zustand des Samadhi, die Vereinigung mit „Gott“ (Gott-Verwirklichung). Irdisches Leben bedeutet Atmen. Der Atem aber fesselt die Seele an den Körper. Kriya Kundalini Pranayama lockert diese Fessel und durchtrennt sie schließlich, befreit den Menschen aus der Abhängigkeit vom Sauerstoff. Das individuelle Bewusstsein dehnt sich aus, löst sich auf und verschmilzt mit dem universellen Bewusstsein.

Die Kosmische Kobra-Atmung bahnt und leitet höchst wirksame Vorgänge auf einer tiefen Symbolebene. und schult die Fähigkeit zur Zentrierung. Beides erreicht sie, indem sie eine Steuerung der Atmung mit Lenkung der Energie durch Imagination, Visualisation und Mantra-Rezitation verknüpft. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Psyche, wie auch auf die physiologischen Vorgänge des Körpers. Wenn man sie praktiziert, lernt man, Energien durch ein Netzwerk von „Nadis“ (Energiebahnen) zu leiten; man zieht Shakti-Energie entlang der Wirbelsäule in die Cerebrospinalflüssigkeit vom Steiß bis zum Schädel (wo sich ihre beiden Reservoirs befinden). Dadurch werden deren elektromagnetische Eigenschaften verändert, was sich transformierend auf Nervensystem und Gehirn auswirkt.

Die Kosmische Kobra-Atmung wird in sieben Stufen vermittelt, die den Übenden langsam daran gewöhnen, einen höheren Energiezustand auszuhalten. Yogananda** vergleicht den Körper eines Durchschnittsmenschen mit einer 50 Watt-Birne, die bei einem höheren Stromdurchgang sofort durchbrennt. Und in der Tat würde uns Erleuchtung (vergleichbar mit mehreren Milliarden Watt) unvorbereitet sofort vernichten. Moses beschrieb dies mit den Worten: „Niemand kann Gott sehen und leben“. Die Übungen des Kriya-Yoga führen zu einer sich langsam steigernden Adaptation an immer höhere Energieformen.

Voraussetzungen, diese Technik zu lernen, sind der ernsthafte Entschluss, diesen spirituellen Weg zu gehen, der feste Wille, die Übungen regelmäßig durchzuführen, und die Übereinkunft, sie vertraulich zu behandeln.

 

*    siehe auch Paramahansa Yogananda: Autobiographie eines Yogi. O.-W.-Barth-Verlag, 1989 (17.dt. Aufl.), S.255

**  ebenda S.256